14.07.2014 - 20.07.2014

Montag. Also erstmal hatte ich eine schreckliche Nacht. Wegen der WM. Es hat natürlich nicht gereicht, dass die ganze Zeit Feuerwerke und anderes Geböller Lärm gemacht hat, nein. Man musste ja auch übertriebenerweise Sachen an mein Fenster werfen und bei uns sturmklingeln. Logisch. Aber Leute, sagt mal... Was habt IHR davon wenn Deutschland Weltmeister ist? Nichts. Die einzigen, die was davon haben sind die Fußballer. Die dürfen ein Mal einen Pokal in der Hand halten und kriegen Unmengen Geld und alle sind glücklich, wenn sie kommen. Aber was haben wir denn jetzt davon? Also mein Leben hat sich dadurch jetzt nicht unbedingt ins Positive verändert und ich bin trotzdem keine Vaterlandsverräterin. Naja jedenfalls hab ich beschissen geschlafen und es wurde ein richtig typischer erster Ferientag, ich hab den ganzen Tag gechillt, gepennt, alles was man in den Ferien eben unbedingt so getan haben muss. Aber am Abend kam der Knaller, der mir sagte, dass zumindest die erste Woche der Ferien alles andere als Standard wird. Meine große Liebe von damals schrieb mir: "Hast du morgen schon was vor?" "Wie bitte?" "Ja ich hab ab morgen Urlaub. Ab Mittag. Wär so 21 Uhr da, penn dann im Auto, mal gucken für wie lange. Hast Lust?" Mein Herz blieb still stehen. Ähm... "Dein Ernst? Krass. Klar gerne." "Geht klar, bis morgen! :-)" Jo. Das war mal eine Ansage. Ouh no. Was ich völlig vergessen hatte, in dem Moment: morgen würde auch mein Schulsozialarbeiter, das letzte Mal vor vier Wochen getrennt sein kommen. Ich war mir fast sicher, dass es mir danach nicht gut gehen würde, und ob das nun eine so gute Idee war...? Ich weiß es nicht, ich werde es sehen. Dann bin ich schlafen gegangen. Dienstag. Nach dem Aufstehen bin ich gleich mit dem Hund gegangen. Ich war so nervös, total fertig, denn immerhin kommen heute mein Sozialarbeiter UND meine große Liebe von damals, ich bin deswegen total aufgeregt, hab Schiss wie sonst was. Geplant war, dass der Spaziergang mit dem Hund mich beruhigen sollte, aber das klappt ja nur selten mal. Wieder zu Hause gab es dann Frühstück, davon konnte ich aber nicht viel essen, vor Nervosität war mir ganz flau im Magen. Irgendwann gegen Mittag, kurz nach 12 Uhr kam mein bester Freund zu mir und dann gab es Mittagessen, von dem ich kaum etwas anrührte. Meine Nervosität stieg immer mehr an, aber ich wusste gar nicht, was mich nervöser machte, mein Sozialarbeiter oder meine große Liebe von damals. Nach dem Mittagessen guckten mein bester Freund und ich einen Film. Ich war gar nicht richtig bei der Sache, hatte keine Ahnung was passierte, guckte im Großen und Ganzen nur auf die Uhr. Eine Stunde bevor mein Sozialarbeiter bei mir sein wollte, sind mein bester Freund und ich mit meinem Hund spazieren gegangen. Und da bekam ich einen Anruf. Von einer Frau, die zwei Kinder hat, auf die ich aufpassen soll. Ich freute mich so übermäßig. Am Donnerstag hab ich mein Vorstellungsgespräch. Wieder zu Hause angekommen, guckten mein bester Freund und ich, bis mein Sozialarbeiter kam, den Film weiter. Es klingelte. Mein Herz hüpfte hoch und ich machte die Tür auf. Er lächelte mich so wunderschön wie immer an und umarmte mich. Ich drükte ihn ganz fest. Dann machte ich ihn mit meinem besten Freund bekannt und wir setzten uns bei mir aufs Sofa. Zuerst fragte mein Sozialarbeiter meinen besten Freund ein bisschen aus, dann redeten wir über mich, was mir nun ganz und gar nicht gefiel. Mein Sozialarbeiter merkte das und brach die Sache ab. Wir redeten so zu dritt noch ein wenig weiter und dann sollte mein bester Freund in einen anderen Raum gehen, weil wir alleine sprechen wollten. Ich wurde extrem nervös und gespannt, weil ich jetzt wahrscheinlich die Reaktion auf den Brief von mir mitkriegen werde. Er guckte mir tief in die Augen. "Wie sollte das aussehen?" "Was?" "Der falsche Blick, die falsche Geste oder was auch immer." "Weiß ich ja nicht, deswegen hab ich ja Angst." "Brauchst du aber nicht. Du kannst bei sowas nicht vorsorgen. Wenn du an mich ranrückst und dich bei mir ankuschelst wirst du sehen wie ich reagiere, das kann man doch nicht alles vorher planen. Du musst das ausprobieren und aus deinen Fehlern lernen. Probiers doch mal." Ich sah ihn an. Blieb erstmal da sitzen, wo ich war, rückte ein kleines Stück näher. Dann kam ich noch näher bis ich ihn schließlich berührte, woraufhin mein Herz vor schnellem Schlagen fast expludierte und dann lehnte ich mich an ihn. Er drückte mich sanft weg und meinte "Das möchte ich nicht." Ich sah auf den Boden. Arsch. "Guck doch nicht gleich wieder weg. Es ist doch jetzt alles so wie es war. Du ruinierst dir doch damit jetzt nicht alles. Zumindest bei mir nicht. Und nicht nur weil du quasi mein Job bist sondern, weil wir uns schon lange kennen und das nicht so schlimm war, dass ich dich nie wieder anguck. Da musst du ganz andere Sachen bringen. Meine Frau erschlagen oder so. Oder wenn du etwas, was ich nicht will immer, immer wieder machst. Aber sonst... brauchst du keine Angst haben. Und jetzt komm her, ich mag dich doch, dann ist auch kuscheln kein Problem. Würde ich dich nicht mögen, wärs was anderes, aber wenn ich dir damit helfen kann, mach ich das doch gerne." Ich rückte wieder zurück an ihn ran, er legte seinen Arm um mich und ich legte meinen Kopf auf seine Schulter. Das war so schön. Während ich so da saß, redeten wir über meine große Liebe von damals und er meinte dass ich sehr sehr vorsichtig sein muss und alles. Und dass ich mich melden soll. Ansonsten wüschte er mir schöne Abende. Der Spinner. Als wenn so ein Traumkerl sich jemals in mich verlieben würde. Irgendwann setzte ich mich wieder normal hin und dann redeten wir noch ein bisschen und ganz am Ende machten wir einen neuen Termin aus. 19.8.. Er hat ja jetzt erstmal Urlaub und ich werd ihn so schrecklich vermissen, das war mir jetzt schon klar. Er umarmte mich zum Abschied und dann ging er. Kurz war meine Aufregung wie verflogen, denn vor lauter Aufregung, hatte ich ganz vergessen, dass ich bald auf meine große Liebe von damals stoßen würde. Wieder das gleiche Spiel. Mein bester Freund und ich wollten den Film zu Ende gucken, aber ich war die ganze Zeit auf meine Uhr fixiert und wartete. Als der Film dann endlich mal zu Ende war, ging ich mit ihm und meinem Hund. Sein Vater holte ihn unterwegs ab und ich ging nach Hause. Dort bekam ich eine Nachricht, dass mein Longboard früher kommen würde, nämlich Donnerstag, Freitag oder Samstag. Das fand ich suuuper tooll. Irgendwann kam meine Mutter von der Arbeit zurück. Um 21:30 Uhr, meine große Liebe von damals war immernoch nicht eingetroffen, sagte meine Mutter: "Nach 22 Uhr will ich hier aber niemanden mehr haben." Ich schrieb ihm das und dann kam die enttäuschende Antwort: "Dann sehen wir uns wohl erst morgen, ich steh im Stau." Geknickt wegen dieser Antwort ging ich schlafen. Beziehungsweise ins Bett, denn schlafen konnte ich nicht, zu viele Gedanken in meinem Kopf. Was, wenn er mich verarscht hat und gar nicht hier ist beziehungsweise herkommt? Morgen wenn ich ihn dann sehe, dann bin ich ohne meine Mum, ob das so gut ist? Irgendwann um 4 Uhr schlief ich ein. Mittwoch. Meine Mum war seit 5 Uhr nicht mehr da. Ich zitterte. Meine große Liebe von damals hatte mir schon eine Guten-Morgen-Nachricht geschrieben. Ich aß was, während ich mich fertig machte und dann schrieb ich ihm, dass ich losgehen würde, in der Hoffnung dass ich zu früh für ihn war und wir uns später trafen, an einem Ort, der öffentlicher war, als meine Wohnung oder meine Straße. Ich stand schon auf dem Hausflur, als die Antwort kam. "Ich steh schon vor deinem Haus." Ich guckte raus. Keine Menschenseele zu sehen, es war wetterbedingt auch leicht dunkel. Ich hoffte nur, dass der jetzt nicht genau hinter der Tür steht. Ich überlegte kurz, meinen Sozialarbeiter anzurufen und das Handy in die Hosentasche zu stecken, dann würde er hören, wenn was nicht stimmt, da kam eine Nachricht: "Kommst du endlich? :-)" Okay, egal. Ich ging runter. Öffnete die Tür. Niemand. Vorsichtig sah ich mich um, aber an der Hauswand oder so war auch keiner. Ich ging an die Straße und da war er. Er lächelte. Dieses Lächeln, in das ich mich damals unsterblich verliebt hab. Ich lächelte zurück. Er kam auf mich zu, machte sich erstmal mit meinem Hund bekannt und dann umarmte er mich. Er war groß. Größer, als ich ihn mir vorgestellt hab. "Du bist größer als ich dachte", sagte er mir. Ich lachte. Wir gingen gemeinsam mit meinem Hund und danach sind wir ohne Hund ans Wasser gegangen. Wir saßen nebeneinander auf einer Bank und unterhielten uns. Drei Stunden. Es war schon so toll einfach nur mit ihm zu reden. Wir hatten den gleichen Humor, der erste Kerl, abgesehen von meinem besten Freund, mit dem ich zusammen lachen konnte. Wir alberten herum und manchmal fiel auch die eine oder andere Berührung. Mein Bauch kribbelte vor Schmetterlingen, so wie es schon lange nicht mehr war, außer bei meinem Sozialarbeiter. Das fühlte sich so gut an. Irgendwann schrieb meine Mum, die ihn auch kennenlernen wollte, mir: "Wo seid ihr denn jetzt? Ich warte." Ich ging mit ihm zusammen zu mir und dann stellte er sich meiner Mutter vor. Der erste Eindruck war bei ihr nicht schlecht, das sah ich und das beruhigte mich. Dann gingen wir in mein Zimmer. Wir chillten erstmal nur, wie zwei Freunde eben. Er hatte sein Handy und war auf Facebook. Dann meinte er zu mir: "Komm mal her, guck mal." Ich richtete mich auf, setzte mich neben ihn und ließ meine Hand zufällig auf seine rutschen und guckte nun auf sein Handy. Unsere Gesichter waren dicht nebeneinander. Er drehte seins ganz leicht in meine Richtung. Ich fühlte seinen Atem auf meiner Haut. Ich wollte grad mein Gesicht auch seinem zuwenden, da lachte er. "Wie klein ist deine Hand denn bitte?" Sein Ernst? Er hielt seine große Hand an meine. Ja okay, an seiner Hand sah meine wie eine Babyhand aus. Er lachte. Dann guckte er mich an und kam mir langsam immer näher, ich dachte, ich sterbe. Mein Handy klingelte. Ich guckte kurz rauf, sah den Namen meines Sozialarbeiters auf dem Display. Was wollte der denn jetzt? "Sorry, das ist wichtig.", sagte ich zu ihm und ging ran. "Was willst du?" "Ich hab dich auch lieb. Lebst du noch?" "Ich ja, du gleich nicht mehr. Du hast DEN Moment kaputt gemacht." "Das tut mir leid. Scheint ja aber alles gut zu laufen. Tu mir aber den Gefallen und mach nichts, was du bereuen könntest, oder was du nicht willst oder sonst was, pass einfach auf dich auf." Ich versprach ihm das und wir redeten noch ein wenig. Dann legten wir auf und ich ging zurück zu meinem Besuch. Er lächelte mich an und ich dachte, ich würde jeden Moment in Ohnmacht fallen. Er legte seine Hand an meinen Arm. Sie rutschte immer weiter nach oben, über meine Schulter, über meinen Hals, hinter meinen Kopf. Er zog meinen Kopf zu sich, kam mir näher und unsere Lippen berührten sich. Ich platze fast. Danach umarmte ich ihn, hielt mich an ihm fest, hatte Herzrasen. Der restliche Tag war total entspannt, wir waren eigentlich nur zu Hause, haben noch viel geredet und gekuschelt. Ich bin verliebt. Donnerstag. Ich bin mit meinem Hund gegangen und hab meinen neuen Freund abgeholt. Danach sind wir nach Hause gegangen und haben den Hund da gelassen, während meine Mutter meinen Freund und mich zum Frühstück eingeladen hat. Als wir fertig waren, sagte meine Mutter, dass sie noch in die Stadt geht und dass wir nach Hause könnten. Das machten wir auch und grade durch die Tür rein fiel mein Freund über mich her, küsste mich, trug mich in mein Zimmer, legte mich vorsichtig auf mein Bett. Wir knutschten, kuschelten, kitzelten uns, fassten uns überall an. Es war einfach wundervoll, wenn nicht sogar mehr als das. Als meine Mutter zurück kamen, rissen wir uns natürlich mehr zusammen, aus Angst, dass sie ins Zimmer kommen könnte. Aber eigentlich war der heutige Tag wie gestern. Wir redeten, kuschelten, küssten uns. Ich konnte mit noch keinem Freund, den ich bis jetzt hatte so gut reden oder lachen wie mit ihm. Um 18 Uhr fing ich an, mich für mein Vorstellungsgespräch fertig zu machen. Zusammen mit meiner Mutter machte ich mich auf den Weg zu der Familie, während mein Freund essen gegangen ist. Die Mutter der beiden Mädchen kam sehr nett, aber auch irgendwie komisch rüber. Dann lernte ich den Vater kennen und schließlich die Töchter der beiden. Die eine neun Jahre alt, die andere drei. Ich wurde gelöchert mit Fragen, die ich meines Erachtesn alle gut und nachvollziehbar beantworten konnte und nach ca 30 Minuten Verhör, teilten mir die beiden Eltern mit, dass sie mich als Babysitter nehmen würden und dass ich am Dienstag das erste Mal kommen sollte. Ich freute mich sehr, mit den Kindern kam ich nämlich auch gut zurecht. Wieder zu Hause angekommen dauerte es auch nicht lange, bis mein Freund wieder zu mir zurück kam und wir machten uns einen sehr gemütlichen Abend. Freitag. Meine Mum musste wieder um 5 Uhr morgens anfangen zu arbeiten. Ich schlief noch, als es um 6 Uhr an der Tür klingelte. "Was ist denn nun los?", dachte ich mir. Vor mir stand mein Freund. "Es ist 6 Uhr, das weißt du oder?" "Ja, ich hab gestern aber mitbekommen, dass deine Mum so früh weg ist und dachte mir, dass ich bei dir weiterschlafe." "Du bist bekloppt." Ich ließ ihn rein und wir haben uns in mein Bett gelegt. Ich schlief sofort wieder ein, mein Freund hielt mich im Arm, hatte nur eine Boxershort an. Ich wurde davon wach, dass er an meinem Oberteil rumhantierte. Ich bekam irgendwie Angst. Wusste nicht warum. Ich wollte ihn angucken, richtete mich dazu auf und dann hatte er mir das Oberteil schon ausgezogen und meinen BH aufgemacht. Ich guckte ihn kurz ängstlich an, aber als er lächelte, fühlte ich mich wieder wohl. Das ganze ging dann immer so weiter, bis wir beide in Unterhose dalagen. Irgendwann mussten auch diese weichen, aber es blieb beim Petting. Als wir dann irgendwann wieder angezogen waren, frühstückten wir zusammen und gingen danach mit meinem Hund los. Mir fiel ein, dass heute Freitag war, der letzte Arbeitstag meines Schulsozialarbeiters und ich wusste, dass er, wenn er nicht in unserer Schule ist, mit anderen Sozialarbeitern in der Realschule ist. Ich schrieb ihm eine SMS "Bist du noch in der Realschule? Komm da gleich vorbei mit meinem Hund und (Name). Kannst ja mal gucken kommen." Das ganze natürlich im Unwissen meines Freundes. "Bin noch unterwegs, weiß noch nicht wann ich wieder da bin. Vielleicht sehen wir uns. (Name)." "Hm okay schade. Ich geh grad mit den beiden spazieren, schreib wenn du wieder da bist, ich kann ja den Rückweg auch an der Realschule vorbei machen." Eine viertel Stunde später: "I'll be back!" Ich lachte. "Na dann mal los." Ich ging wieder an der Realschule vorbei und ganz zufällig stand mein Sozialarbeiter da auf dem Parkplatz. Er begrüßte mich und so neugierig, wie er nunmal ist, nahm er erstmal meinen Freund ins Verhör. Was sie gesagt haben, weiß ich allerdings nicht mehr, denn für mich war das grad eine sehr komische Situation. Mein Sozialarbeiter neben dem Kerl, den ich meiner Meinung nach liebte. Aber doch, ja. Mein Freund ist auf einem guten Weg, mich von meinem Therapeuten Syndrom zu befreien. Nach dem Gespräch gingen wir bald wieder nach Hause. Ich öffnete den Briefkasten und fühlte mich verarscht. Mein Longboard war hier und ich nicht. Och man, so lang waren wir doch gar nicht weg. Und mein Freund hatte nichts besseres zu tun, als mich auszulachen. Sonst ist an dem Tag nicht mehr viel passiert. Wir sind irgendwann abends noch an den Strand, ans Meer gefahren, ist ja nicht weit und haben gebadet. Das war schön. Und dann irgendwann bin ich schlafen gegangen, aber leider wieder ohne ihn. Samstag. Ich wollte gar nicht aufwachen, ich wollte nicht, dass der Tag anbricht. Heute würde er wieder wegfahren und dann wären wir wieder 800 km voneinander entfernt. Das wollte ich einfach nicht. Als ich mich dann doch endlich aufrappelte, um mit meinem Hund spazieren zu gehen, gings mir einfach nur scheiße. Ich holte meinen Freund ab und dann sind wir zusammen gegangen. Nach dem Frühstück sind wir zusammen zur örtlichen Poststation gefahren um mein Longboard abzuholen. Meine schlechte Laune war wie vergessen, als ich an seiner Hand auf meinem Longboard stand und fahren übte. Wir waren stundenlang unterwegs, es war so schön. Bis er mir irgendwann sagte, dass wir langsam nach Hause gehen sollten. Meine schlechte Laune, meine Trauer kam wieder zurück. Zu Hause legte ich mich auf mein Bett, während er seine Sachen zusammensuchte. Ich kämpfte die ganze Zeit mit den Tränen, bis er sich neben mich legte. Ich klammerte mich an ihn und weinte. Er sagte: "Nicht weinen, Süße. Ich komm wieder." Ich brachte ihn noch runter zum Auto, riss mich die ganze Zeit zusammen. Er küsste mich und dann fuhr er. Wieder in meiner Wohnung weinte ich mindestens eine halbe Stunde. Ich wurde mir jetzt erst über die Gefühe, die ich in so kurzer Zeit für diesen Kerl entwickelt habe, klar. Er ist perfekt für mich! Und in den paar Tagen hab ich auch schon gemerkt, dass er das wichtigste an sich hatte, was vorher keiner meiner Freunde hatte: er war nicht nur mein Freund er war gleichzeitig auch noch ein toller Kumpel, mit dem ich lachen kann und rumalbern kann. Ich dachte den ganzen restlichen Nachmittag/Abend noch an ihn und irgendwann schrieb ich ihm folgende Nachricht: "Lieber (Name). Jetzt lernst du eine meiner Macken kennen, aber ich kann grad einfach nicht anders. Bei dem Ausmaß dieses Textes wirst du mich wahrscheinlich schon für verrückt halten, aber mein Schreiben hilft mir einfach. Ich hab so oft von dir gehört 'Mach dir nicht so viele Gedanken'. Mach ich mir aber, weil ich mir über alles gründlich Gedanken mache und außerdem glaube ich, dass wenn du in meiner Haut stecken würdest, dass du dir dann auch Gedanken machen würdest und davon nicht wenig. Ich fang jetzt nicht mit solchen Mitleidsnummern an von wegen: 'Ich wurde schon so oft verarscht' etc. Nein ich sags dir so wie es ist. Ich zweifel an mir. Ich bin 15 Jahre alt, hab viel zu dicke Beine, einen zu dicken Bauch. Zum 'Ausgleich' hab ich dann auch noch an anderen Stellen zu wenig. Du hingegen bist superlieb, hast ein Herz aus Gold und du bist perfekt gebaut. Und du bist 23 Jahre alt. Du lebst in einer Großstadt, wo es bestimmt eine Millionen Mädchen gibt. Du sagst selbst, dass sie bei dir Schlange stehen. Was willst du dann mit MIR? In (Ortsname) gibt es mit Sicherheit 10.000 Frauen in deinem Alter, die 100 Mal besser aussehen als ich. 2. Macke. Ich hasse mich selbst. Aber trotzdem, meiner Meinung nach ist die Frage berechtigt. Ich will dich nicht angreifen oder davon überzeugen Schluss zu machen. Im Gegenteil, das ist das Letzte, was ich will. Aber du hast mich in den paar Tagen, wo du hier warst, so umgehauen. Das schafft längst nicht jeder, nein. Und keiner so wie bei dir. Ich will jetzt nicht schleimen oder so, sondern ich will dir einfach nur erklären, warum ich mir diese ganzen Gedanken mache. Das hat auch nichts mit Misstrauen zu tun, es ist weil du jemand verdammt besonderes bist, für mich. Und weil ich Angst habe jemanden wie dich zu verlieren. Ich kanns einfach nicht glauben, dass ein Traumkerl, der jede haben kann, was von mir wollen soll. Und ich sags dir nochmal: ich will nicht erreichen, dass du Schluss machst, ich will dich nicht angreifen. Aber auch alleine mit wie vielen Mädchen du geschrieben hast, als du bei mir warst. Da ist ansich nichts gegen zu sagen, aber alleine von denen waren sicherlich mindestens 10 'besser' als ich. Bitte sei ehrlich zu mir. Ich versprech dir, ich kanns ab. Und wenn du irgendwann eine Frau triffst, die in deiner Liga spielt, dann sags mir auch. Besser als fremdgehen. Aber eigentlich glaube ich dir, dass du das nicht nochmal machst. Deine (Name)." Es war schon mitten in der Nacht, 00:30 Uhr und er antwortete immernoch nicht und schien auch noch nicht zu Hause zu sein. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, wach zu bleiben, bis er wieder da ist und sich meine Nachricht durchgelesen hat, aber irgendwann hielt ich das nicht mehr aus und fiel vor Müdigkeit einfach so in mein Bett. Weinen und Vermissen ist immerhin auch anstrengend. Sonntag. Nach dem Augenaufschlag riss ich mein Handy von meinem Nachttisch. Eine Nachricht von ihm. "Weißt du was ich jetzt nach deinem Text glaube? Dass du einfach noch nicht bereit bist, eine Beziehung zu führen. Solange du nicht selber an dich glaubst, und dir vertraust, wirst du immer Schwierigkeiten haben und Zweifel haben. Aber ich denke, das ist normal in dem Alter." Ich bekam die Panik schlechthin. War das jetzt ein Schlussmachen? Ich schrieb ihm, dass er das nicht machen könnte, es war 05:00 Uhr morgens, er schlief tief und fest, ich bekam einfach nur Angst, litt wie ein Hund. Mir gings in meinem Leben nur ein Mal so schlecht. Irgendwann stand ich auf, ich fühlte nichts mehr. Ich ging, völlig betäubt durch unsere Wohnung. Ich kann mich kaum noch erinneren, was passiert ist, ich war nicht bei mir, ich war ganz wo anders. Ich wurde zum Zeitungenaustragen ageholt, redete nicht mit meinem Dad, starrte aus dem Fenster des Autos. Nach langem Diskutieren war es klar, dass wir getrennte Leute sind. Erstmal. Bis zum nächsten Mal, dann gucken wir weiter. Mag sein, dass einige jetzt denken: 'Dann ist ja wieder alles gut.' Für mich wurde es von Minute zu Minute schlimmer. Denn wenn die Menschen Pläne schmieden, sitzt das Schicksal da und lacht. Niemand kann mir versprechen, dass es ein nächstes Mal gibt, deswegen war ich so zerstört. Ich konnte nicht mehr ohne ihn, ich war so deprmiert, trug weinend Zeitungen aus, etliche Leute sprachen mich an, was ich hätte. Das ist es ja. Ich hab etwas nicht mehr. Mein Herz. Taubes Gefühl. Hörte nichts. Nahm nichts wahr. Leerer Blick. Leerer Kopf. Leeres Herz. Wieso? Akzeptiert mich mit all meinen Problemen und Macken. Ich merk das schon. Nach dem ich wieder zurück war vom Zeitungen austragen, bin ich mit meinem Longboard ziellos durch die Gegend gefahren. Einfach irgendwo hin, wo mich niemand kennt, niemand weiß, wer ich bin. Und vor allem niemand meine Geschichte kennt und weiß wie zerbrechlich ich bin und wie sehr mich das zerstört, obwohl es 'nur' ein Kerl ist. Ob es die große Liebe ist beziehungsweise war? Ich weiß es nicht. Aber ich war nie so verliebt wie in den. Nie hatte mich eine Trennung so verletzt wie die von ihm. Als mir zu viele fremde Menschen um mich herum waren, fuhr ich wieder nach Hause. Ich wollte niemanden mehr sehen, mir ging es so dreckig. Ich lag nur noch in meinem Bett, weinte und wollte jemand anderes sein. Und ich fühlte tief in mir drin, dass das alles noch nicht das Ende des gerade angefangenen Leidensweg war.

28.7.14 23:16

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